Im Design sind interdisziplinäre Arbeitsprozesse zur Ideenfindung selbstverständlich. Design Thinking ist daher die ­folge­richtige Namensgebung für die an der HPI Academy geschulte Methode, kollaborative Kreativität systematisch zur Ideen­entwicklung einzusetzen. Wir lauschen einem…

gespräch

Johannes Meyer

Flavia Bleuel

Christina Stansell

Program Manager an der HPI Academy im Bereich Education for Professionals

Flavia

Wie seid ihr denn eigentlich auf das Thema Design Thinking gekommen?

Johannes

Viele Leute sagen ja, sie haben Design Thinking schon gemacht, bevor es Design Thinking überhaupt gab. Und wenn ich so an meine Kindheit denke, an meinen Hang zu Design, dann fällt mir immer ein: Ich war so ein Kind, das stundenlang auf dem Roller lehnend in Nachbars Garten gucken konnte und einfach nur so die Nachbarn beobachtet hat. Manche würden sowas einen Spanner nennen, aber rückblickend würde ich sagen, das war schon immer mein Interesse an Menschen und an Beobachtungen und an dem, was Leute so tun. Und später bin ich über die D-School zum Design gekommen, habe im zweiten Jahr studiert, weil ich sowieso in Potsdam auf dem Campus war und das spannend fand. Das war vor ­6/7 Jahren und seitdem beschäftige ich mich damit.

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Flavia

Ja, sehr spannend. Dann werde ich direkt daran anknüpfen –an den Wurzeln eines Design-Thinkers. Wenn du so weit zurückgehst, dann kann ich dazu ergänzen, dass ich auch von Kindesbeinen an eine Beobachterrolle inne hatte und es geliebt habe, die Straßen entlang zu gehen und bei Leuten in die Fenster zu schauen–wie leben sie? … Ich nehme diese Rolle auch heute noch sehr gerne ein. Menschen in Alltagssituationen, in Stresssituationen am Flughafen–eben im Leben zu beobachten. Du lernst so viel über Verhaltensweisen und die sich daraus ergebenden Innovationsmöglichkeiten.

Johannes

Ah, Wahnsinn.

Flavia

Methodisch bin ich auf Design Thinking gestoßen, als ich an der Universität der Künste im Studiengang Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation gearbeitet habe. Ich hatte die Aufgabe, Kommunikationsprojekte zu betreuen, die über ein halbes Jahr gelaufen sind, von Nutzerforschung über Strategie bis hin zur Konzept/Kreationsentwicklung. Ich habe nach Methoden gesucht, die Studierende dabei unterstützen, nutzerzentriert Innovationen zu schaffen. Ich habe das einfach ausprobiert.

Johannes

Flavia, du hast direkt als Lehrerin an der School of Design Thinking angefangen, oder?

Flavia

Ja, genau. Christina, wie bist du mit Design Thinking in Kontakt gekommen?

Christina

I’m going to start my story back in university, not quite so young. During my freshman year at Stanford, I visited a class where students were redesigning essential technologies to better serve people in developing countries. That was before the d.school existed at Stanford, but it was in the same vein as today’s “Design for Extreme Affordability” class at the d.school. I was really impressed … I remember we looked at the wheelchair, for example, and our standard wheelchair is really unstable in many contexts. It’s fine if you’re going through really nice hospital corridors but not if you’re out in the countryside, not if the work you do is on floor level, and not if you can’t find materials or parts for repair where you live. The class was saying, “This doesn’t fit for so much of the population that’s disabled in this world. How can we make it better for them?”

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But it was later that I learned about design thinking formally. Actually, it was the famous embrace case that drew me in. I was working at the time in international development, specifically with breast cancer in middle income countries. Sometimes a company would come in and say, ’We want to do something to help! We want to donate a mammogram machine and have a nice ribbon cutting.’ Too often though, the machines were already there, sitting broken or underused, or with no film, or no one to operate them, or not enough patients wanting screening. The machines were not necessarily the problem. We wanted to know what was, so in each town we did what we called community profiles, which were essentially “empathy research,” to use design thinking parlance. It was a combination of quantitative and contextual research, which I would now call the “understand” phase, and then qualitative research, interviews, and immersion to understand what was going on with women and their lives, so the “observe” phase. Turns out, it’s not just about health knowledge or access, but how a woman’s world is. What are her priorities, what’s her role in the family, what’s the budget like, who makes the decisions? And how do we make solutions that fit her reality? We didn’t define the answers either, but rather we designed community granting programmes and made funding and networks available for local communities to propose interventions based on this empathy research. I think it was very much in the spirit of design thinking, so when I heard about design thinking as a formal concept, it just clicked. I thought, “that’s what the world needs, that’s what international development needs”. That’s what companies need too if they truly want to create value for people.

Flavia

Ist es das, was dich an Design Thinking fasziniert?

Christina

Yes, exactly.

Christina

Ich habe darüber nachgedacht, was daran so faszinierend ist, und ich glaube, was du sagst, beobachten wir oft. Nämlich dass Leute auf eine Art Dinge intrinsisch für wichtig halten, aber nicht so ein richtiges Raster dafür hatten, was das ist. Sie hatten zum Beispiel eine Sehnsucht, oder das Gefühl, wir verstehen unsere Kunden nicht genug oder wir wissen gar nicht so richtig, was sie wollen und wenn dann Design um die Ecke kommt, ist das für viele so ein Aha-Moment. Nicht weil es neu ist, sondern weil man genau das trifft, was die Leute schon kennen, für rational richtig halten und nun in eine formelle Umgebung packt.

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